Main-Echo 28.01.2013: Oustem wie es singt und lacht

Fasching: Zwei Sitzungen des begeistern 400 Zuschauer – Akrobatik, Spaß und Frotzeleien

 

Gott Jokus hat die Bachgaumetropole erobert – zumindest am vergangenen Wochenende. An zwei Abenden begeisterten sich insgesamt 400 Narren im jeweils ausverkauften Pfarrheim an zündenden Büttenreden und an großartigen Tanz- und Gesangsvorführungen der Aktiven des Gesangvereins Concordia. Der nie um einen kecken Witz verlegene Sitzungspräsident Manfred Diel hatte alles im Griff, tatkräftig unterstützt von den Komitee-Mitgliedern Birgit Rollmann, Doris Schwartze, Thomas Göth und Jürgen Dippert. Für einen verheißungsvollen Auftakt der großartigen Narrenschau sorgte Katja Ebstein, verkörpert durch Gabi Hotz, mit dem Ohrwurm »Theater, Theater…«. Der Vorhang öffnete sich und der Gardetanz der Mädchen vom Turnverein Wenigumstadt ließ die Schwerkraft der Erde vergessen. Die Schützlinge von Trainerin Kerstin Trillinger servierten den Großostheimer Landratten Akrobatik zu beliebten Melodien von der Waterkant. Später erfreuten die Mädels noch einmal mit einem brillanten Showtanz. Die Rolle des Eisbrechers in der Bütt hatte Markus Göth übernommen. Mit anschaulichen Worten schilderte er seine Träume beim Rauchen der Wasserpfeife. Aber auch sie dürfen beim Großostheimer Fasching nicht fehlen: Das streitbare Ehepaar Erna und Werner Neumann. Dieses Mal erzählten sie von ihren Erlebnissen als »Warmwasser-Urlaubsrentner«: Da blieb kein Auge trocken. Herbert Venuleth aus Stockstadt beklagte mit trockenem Humor sein Dasein als »Opa«. Er verhehlte aber auch nicht die Freuden: »Ohne Opa glaubt es mir, wären wir alle nicht hier«, so seine Erkenntnis. Ehefrauen und Familienväter Der wortgewaltige Thorsten Gallus aus Alzenau stellte seinen Vortrag unter das Motto: »Als Familienoberhaupt werd ich geehrt, hab ich geglaubt.« Bei der Schilderung seiner Probleme mit dem Computer jagte eine Pointe die andere. Als »unglückliche Ehefrau« startete die Mosbacherin Elisabeth Jörg – in Oustem keine Unbekannte mehr – einen Generalangriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer. Bier und Bambusröckchen Beim Auftritt der »drei Pianisten« erzitterte die Narrhalla in ihren Grundfesten und nicht nur der Sitzungspräsident meinte: »Das war wieder eine Nummer der Extraklasse.« Der Concordia-Faschingschor stimmte ein Loblied auf das einheimische Bier und den süffigen Wein an. Die »All-Stars« vom TV Wenigumstadt verbreiteten Action und fetzige Musik. Zwei männliche Akteure in kurzen Bambusröckchen sahen dabei ganz allerliebst aus. Und dann kam er: der DJ-Ötzi aus Tirol alias Helmut Hotz mit vier reizenden Alpenschönheiten in karierten Hemden und Lederhosen. Die Stimmung im Saal war nicht mehr zu toppen, die Narren flippten schier aus. Mit Spannung wurden die drei Oustemer Bänkelsänger erwartet, und sie enttäuschten ihre Anhänger nicht. Bei ihren wichtigsten Großostheimer Neuigkeiten aus dem vergangenen Jahr bekamen natürlich die Pläumer wieder ihr Fett weg: »Wenn sie nicht protestieren, sind sie schlapp.« Dem Bürgermeister kreidete das Trio an, dass er als Oustemer Bub ausgerechnet in diesem Ortsteil wohnt – und das alles aus Liebe. »Das Projekt in der Bachstraße ist gigantisch. Es sieht so aus, als ob dort bald eine U-Bahn fährt«, hatten die Sänger auch im Zentrum des Marktes genau hingeguckt. Mitleid bekundeten sie einzig mit dem erkrankten und deshalb verhinderten Pfarrer Uwe Nimbler. Stimmungskanone Daniel Fink erntete für seine Ohrwürmer prasselnden Beifall: Er ist ein Vollblut-Fastnachter. Den würdigen Schlusspunkt unter zwei unvergessliche Abende setzte das Frauenballett der »Concordia«. Beim »Vogeltanz«, einem farbenprächtigen Spektakel mit viel Grazie, wollte der Applaus trotz fortgeschrittener Stunde nicht enden. Wolfgang Schwarzkopf (Main-Echo 28.01.2013) Bildergalerie Main-Echo 28.01.2013

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