Gründung und Werdegang durch die Jahrhundertwenden

Chronik des GV Concordia 1886 e.V. Großostheim

1886: Der GV Concordia wurde am 4. Dezember 1886 in das Verzeichnis der nichtpolitischen Vereine der Marktgemeinde Großostheim eingetragen.
Männer der ersten Stunde der Vereinsführung waren Franz Adam Damrich, Franz Josef Kapraun, der Buchbinder Jakob Ritter, Spenglermeister Egid Schohe, Heinrich Sommer, Ulrich Sommer, Andreas Volk, Anton Schmitt und Oberlehrer Hugo Straub, der zugleich auch Chorleiter war.

1892: Der Chor gab sich eine Satzung, aus der nach noch vorliegenden Statuten hervorging, dass zur damaligen Zeit strenge Sitten im Chor herrschten. So hatte sich bei der Aufnahme eines neuen Sängers dieser einer Prüfung durch den Chorleiter zu unterziehen. Bei passiven Mitgliedern wurde auf Ehrbarkeit und Gesellschaftsfähigkeit geachtet.

1914: Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde das Chorsingen eingestellt. Viele aktive Sänger mussten an die Front. Not und Leid, dazu noch die Inflation nach dem Krieg, ließen ein Vereinsleben zunächst nicht zu. Das vorhandene Vereinsvermögen war bei den Sängern Josef Geistler, Gabriel Korn und Johann Bohn in Aufbewahrung.

1925: In diesem Jahr fanden sich einige junge Männer zusammen, um den GV Concordia wieder aufleben zu lassen. Als >Neugründer< sind festgehalten: Anton Seibert, Franz Höfling, Josef Ewald, Josef Hartlaub, Otto Höflich, Franz Löffler, Josef Petermann, Eduard Petermann, Ludwig Rollmann, Phillip Petermann, Peter Ritter, Johann Höfling und Phillip Nikolaus Höfling. Mit den >Stammvätern< der alten Concordia und dem jungen Chorleiter Hermann Krapp aus Schaafheim wurde das Unternehmen gestartet.
1928:  Beitritt zum Maintal-Sängerbund

1929: Der Verein nahm einen neuen Aufschwung. Am 5.Juli wird das neue Vereinsbanner, das  noch heute im Vereinsbesitz ist, im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes geweiht.

1939: Ausbruch des 2. Weltkrieges. Der Chorbetrieb legt ab 1940 eine Zwangspause ein

1945: Langsam sammelte sich gegen Ende 1945 die nach Hause zurückgekehrte Sängerschar. Viele davon waren noch in Gefangenschaft. Es war nicht leicht, den Verein wieder auf die Beine zu stellen, da auch die Besatzungsmacht ein Wörtchen dabei mitzureden hatte.
Das politisch unbelastete Gründungsmitglied Franz Höfling erhielt als erster Nachkriegsvorstand von der amerikanischen Militärregierung die Lizenz zur Fortführung des Vereins.  Ihm zur Seite standen die Sangesfreunde Fritz Dries und Johann Schnabel. Letzterer übernahm auch Anfang 1948 die Führung der Concordia, die er mit mehrfachen kurzen Unterbrechungen bis 1964 fortsetzte.
Als Probenlokal diente der obere Saal >beim Daus< (Ratskeller in der Bachstraße).

1950: Ausrichtung des Bundeschorfestes des Maintal-Sängerbundes. Die neue Bachgauhalle bestand damals ihre erste Zerreißprobe.
Beitritt des Karnevalvereins zur Concordia. Die Abteilung firmierte unter dem Kürzel „CAC“ = Carneval Abteilung Concordia.

1951: Gründung des Spielmannszuges.
Der Spielmannszug unter der Leitung von Hans Dill, später mit Fanfaren ausgebaut, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Musikzug und war zeitweise bis zu 60 Mann stark. Durch seine Leistungen und sein Auftreten war er weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde bekannt (u.a. bei deutschen Sängerfesten in Essen und Stuttgart).

1963: Gründung eines Knabenchores, der bis 1973 bestand. Leiter war Klaus Rollmann.

1964: In der Generalversammlung 1964 wurde Alfred Dill zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Sängerzahl stieg und mit Chorleiter Hermann Krapp errang man bei Wertungssingen und Chorkonzerten beachtliche Erfolge.

1965: Aus dem Spielmannszug wurde ein Blasorchester.
Unter dem Namen <Blasorchester Concordia> und  später die eigenständige  „Original Bachgauländer Bayernkapelle“ war es bis 1996 ein überregional  bekannter, beliebter und stattlicher Klangkörper. Als Dirigenten wirkten zuerst Anton Schnabel und nach seinem Tod übernahm Thomas Stromer die Leitung.

1970: Umzug in das neue Probenlokal Feuerwehrheim (damals neben dem Nöthigsgut).

1976: Das 90-jährige Bestehen wurde gebührend gefeiert. Festkonzert in der Bachgauhalle, es folgte ein Festakt in der Schulaula mit dem damaligen MSB-Bundeschormeister Dr. Karl Friedrich Leucht als Festredner und im großen Zelt auf dem Sportplatz waren beim großen Freundschaftssingen über 30 Chöre anwesend. Eine besondere Note erhielt das Fest durch die Anwesenheit des befreundeten Bergwerkchores aus Bleiberg und der Blaskapelle aus Stuhlfelden (beides Österreich).

1978: Erneuter Umzug des Probenlokales
Mit Unterstützung der Gemeinde wird in vielen Stunden Eigenleistung im Nöthigsgut ein neuer Probenraum eingerichtet.

1980: Mit der Verpflichtung von Chordirektor Klaus G. Mueller ab Februar als neuem Chorleiter des Männerchores wurde ein neues Kapitel im Chorgesang aufgeschlagen. Man begann eine leistungsorientierte Chorarbeit zu betreiben.  Im gleichen Jahr richtete die Concordia in der Bachgauhalle den  Sängertag des Maintal-Sängerbundes aus. Die Vorstandschaft des MSB erhielt einen Empfang im Rathaus.

1981: Mit einem Jubiläumskonzert unter Mitwirkung namhafter Solisten beging der Verein im Herbst das 95jährige Bestehen.

1983: Nach guter Vorarbeit der Vorstandschaft mit Roland Becker und Peter Höflich kam es zur Gründung eines Frauenchores. Die Chorleitung übernahm ebenfalls Klaus G. Mueller. Das Frauenensemble wuchs und überflügelte mit gut 60 Sängerinnen den Männerchor zahlenmäßig.
Der Männerchor nahm zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte an einem Gesangswettstreit teil. 28 Chöre mit rund 1500 Sängern stellten sich der Jury und stritten in Alzenau um den Burgpokal.
Dies war der Beginn für eine regelmäßige Beteiligung in den nachfolgenden Jahren bei Chorwettbewerben, Wertungssingen und Pokalwettstreiten. Mit dabei war der neue Frauenchor dann bereits ab 1984.

1985: Im September glückte es der Concordia, noch vor dem 100-jährigen Jubiläum wieder einen Jugendchor auf die Beine zu stellen. Harald Six erklärte sich bereit, diese Nachwuchssänger musikalisch zu führen und stellte bei der Weihnachtsfeier 35 Mädchen und Jungen erstmals der Vereinsöffentlichkeit vor.
Damit verfügte die Concordia erstmals über drei Chorformationen und der Wunsch nach einem größeren Proberaum wurde immer dringender.

1986: Das Jubiläumsjahr – 100 Jahre Concordia.
Begonnen wurde am 13. April mit einem Gottesdienst und anschließender Totenehrung. Es folgte am gleichen Tag die akademische Feierstunde mit dem Regierungspräsidenten von Unterfranken, Dr. Franz Vogt, der als Schirmherr auch die Festrede hielt.
Am 8. Mai wurde dem Verein unter Führung von Roland Becker in Wolfratshausen die Zelterplakette als Auszeichnung für langjähriges Wirken und besondere Verdienste um die Chormusik durch die bayerischen Staatsregierung, vertreten durch den Staatssekretär Dr. Edmund Stoiber, verliehen.
Vom 30. Mai bis 2. Juni fand die große Jubiläumsfeier im Zelt an der Bachgauhalle statt. Am Freitagabend begeisterte die >Münchner Freiheit< alle 3000 Zuhörer und der Samstag und Sonntag standen ganz im Zeichen des Chorgesanges. Zum Wettstreit hatten sich 30 Chöre eingefunden.

1989: Umzug in das neue Probenlokal im >Alten Rathaus<.
Am 3. November fand die erste Singstunde im neuen Probenlokal statt, das in den folgenden Jahren zum heutigen Vereinsheim ausgebaut wurde.

1993: Der Frauenchor feierte sein 10-jähriges Bestehen und krönte das kleine Jubiläum mit einer Konzertreise nach Prag. Leider musste in diesem Jahr der Jugendchor aufgelöst werden, da die schlechten Probenbesuche eine kontinuierliche Arbeit nicht mehr ermöglichten.

1994: Endlich stand wieder nach 4-jährigem Ausfall die umgebaute und neu  renovierte Bachgauhalle für Auftritte zur Verfügung. Sie wurde mit dem Konzert „Musik ist Trumpf“ eingeweiht.

1996: Der Verein wurde 110 Jahre alt. Für diesen Geburtstag wurde ein neues Vereinsbanner nach Originalvorgaben in Auftrag gegeben, da das alte aus dem Jahr 1929 schon stark beschädigt war. Die Weihe fand am 17. März im Rahmen eines Festgottesdienstes statt. In der akademischen Feier am Nachmittag in der Bachgauhalle mit viel politischer Prominenz hielt Landrat Roland Eller die Festrede.
Die Festtage vom 12. bis 15. Juli mit einem Pokal-Chorwettbewerb, an dem 17 Chöre teilnahmen, waren ein weiterer Höhepunkt. Die letzte Veranstaltung im Jubiläumsjahr war am 20. Oktober das große Konzert in der Bachgauhalle.

Die  neue Formation Pop-Chor unter der Leitung von Jochen Hock hatte am 18. April die erste Chorprobe mit rund 20 Jugendlichen. Der Chor gab sich den Namen >Shout about<. Mit ihrem ersten Konzert am 17. Oktober 1997 im Jugendkulturzentrum Aschaffenburg boten 25 junge Sängerinnen und Sänger ein begeistertes 90-minütiges Power-Programm.
Nachlassendes Interesse und Neuorientierungen bei den Jugendlichen führen Ende 1999 zur Auflösung.

2000: Auf Grund der negativen Mitgliederentwicklung im Männerchor und bei der Besetzung in den einzelnen Stimmen lag es nahe, Männer- und Frauenchor künftig zusammenzuführen. Als Versuch wurde unter dem Arbeitstitel >Projektchor 2000< erstmals am 10. März gemischt geprobt. Die nun differenzierten Probezeiten für Männer-, Frauen- und Projektchor waren für alle Aktiven und Chorleiter Klaus G. Mueller sehr unbefriedigend. Ab Januar 2002 wurde endgültig zusammengelegt.

2001: Beim Jubiläumskonzert CONCERTO 2001 am 4. März  in der Bachgauhalle anlässlich des 115-jährigen Vereinsbestehens traten alle drei Chorformationen auf: Frauen-, Männer- und Gemischter Chor.
Im Hof des Alten Rathauses wurde am 25. und 26. August das erste und bis heute bereits traditionelle Kartoffelfest gefeiert. Es löste das bisherige Weinfest ab, das an Attraktivität verloren hatte.

2006: Das 120jährige Vereinsjubiläum war Anlass für eine akademischen Feier am 12. März, eine Konzertreise nach Rom vom 28. April bis 2. Mai und ein Jubiläumskonzert am 15. Oktober in der Bachgauhalle.
Ein Jubiläumsgeschenk wurde am 29.07. eingeweiht: Die Unterstellhalle am Schwimmbad.

2008: Seit 25 Jahre singen Frauen in der Concordia. In einer Feierstunde am 6. April wurde an die Gründung 1983 erinnert und die Sängerinnen  geehrt.

2009: Eine neue junge gemischte Chorgruppe wird gegründet. Der Probelauf startete am 3. November. Heute nennt sich der Chor „Joysonic“. Chorleiterin ist Marion Keller.

2010: Die Vorbereitungen für das 125-jährige Jubiläum haben begonnen.

Anmerkung zur Chronik: Die Vereinsgeschichte ist in gewollter kurzer und gestraffter Form wiedergegeben. Nicht jedes Detail konnte deshalb berücksichtigt werden. Bis 1985 entspricht sie inhaltlich der Chronik von Herrn Emil Pfeifer aus der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen.
Wie in der Chronik des Marktes Großostheim berichtet wird, besteht von all den damals und in den Zwischenzeiten gegründeten musikalischen Vereinen der Gesangverein Concordia als einziger Verein bis heute.

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