Main-Echo 21.02.2011: Für den Frohsinn nie zu alt Jubiläum: Faschingssitzung des Gesangvereins Concordia Großostheim im Pfarrheim – Gaudi im 125. Jubiläumsjahr

 

Zweimal ausverkauftes Haus meldete der Gesangverein »Concordia« Großostheim im herrlich dekorierten Pfarrheim am Dellweg. Im Jubiläumsjahr – die Sänger feiern das 125-jährige Bestehen – ließen sich die prächtig aufgelegten Besucher in der kurzweiligen Narrenschau nicht lange bitten, verbreiteten von Beginn an eine ausgelassene Stimmung, die nicht mehr zu toppen war.

Sitzungspräsident Manfred Diel mit seinen Komiteemitgliedern Doris Schwartze, Birgit Rollmann, Jürgen Dipperd und Thomas Göth lenkte das Narrenschiff souverän durch die schäumenden Wogen.
Bei geschliffenen Büttenreden, gekonnten Tanz- und Gesangsdarbietungen und Schunkeleinlagen vergaßen die Jecken schnell die Sorgen des Alltags. Immer wieder schallte es »Oustem helau« durch die Narrhalla. Die Marktgemeinde war am Wochenende fest in der Hand der Anhänger von Gott Jokus. Frohsinn, Spaß und Heiterkeit feierten Triumphe.
Einen schwungvollen Auftakt der mehr als fünf Stunden langen Gaudi inszenierte die Jugendgarde des Wenigumstädter Turnvereins. Trainerin Kerstin Trillinger hatte den sieben Mädels einiges beigebracht. Mit viel Applaus belohnten die Besucher die Akteure auf der Bühne.
Auch die »All Stars« vom selben Verein (Leitung Liana Knecht) brillierten mit »Dirty Dancing«, begleitet vom rhythmischen Klatschen der Zuhörer. Das Frauenballett (Einstudierung Sonja Lüders) heizte mit einer Abba-Nummer vor allem den Männern so richtig ein.
Genau hingeguckt hatten die Oustemer Bänkelsänger Gerhard Müller, Reinhard Klug und Robert Morhart, was sich so alles im vergangenen Jahr ereignete. Bei den humoristischen Attacken auf die »Pläumer« (Pflaumheimer) Nachbarn gab es kein Halten mehr.
Der Ortsteil von Großostheim liege als »Gazastreifen« zwischen Wilschenumscht (Wenigumstadt) und Oustem. Das Trio wunderte sich auch darüber, dass die Marktgemeinde in der Winterzeit die glatten Ortsstraßen nicht gestreut, dafür aber die Fahrradwege geräumt hatte. Denkmalpflege sei in Oustem ein Fremdwort.
Der Besuch von zwei Wildschweinen im Aldi-Markt durfte in der närrischen Jahreschronik nicht fehlen. Auch der Bundesverteidigungsminister bekam wegen der jüngsten Ereignisse sein Fett weg: »Er ist auch gut gebaut, ein winzig, kleiner Makel: Er hat geklaut!« Köstlichen Kokolores servierte Daniel Fink.
In der Bütt wechselte ein Höhepunkt den anderen ab. Den Anfang machte der zwölf Jahre alte Markus Göth, der viel Mutterwitz verriet. Als »Oma Emma bei den Punkern« startete Johanna Kehrer einen Generalangriff auf die Lachmuskeln der Fasenachter. Da blieb kein Auge trocken.
Allerlei Grobheiten warfen sich die Eheleute Erna und Werner Neumann an den Kopf (sie sind auch im wirklichen Leben ein Ehepaar). Am Anfang ihres deftigen Streitgesprächs weit auseinander, waren sie am Ende eng beieinander und wieder versöhnt.
Deftiger Schlagabtausch
Keine Unbekannten in der Bütt sind Patricia und Eberhard Rausch. Sie begeisterte mit ihren Erinnerungen als ehemaliges Tanzmariechen, er als bedauernswerter Kurgast. Mit todernstem Gesicht bedauerte Elisabeth Jörg ihr Dasein als Frau in den Wechseljahren und den Alterungsprozess. Ihre Feststellung: »Die Runzeln sind immens, ich mache dem Truthahn Konkurrenz« war aber doch etwas übertrieben. Sie erntete tosenden Beifall. Zum Lachen ist man nie zu alt.
Zu später Stunde wurde es noch einmal mucksmäuschenstill im Saal, als Pfarrer Uwe Nimbler seinen Auftritt hatte. Der wortgewandte Gottesmann, kein Kind von Traurigkeit, glossierte unter anderem die Politik und das große Interesse bei zweifelhaften Sendungen in der Glotze. Sein Kommentar: »Wie blöd kann ein Fernsehvolk nur sein, mein lieber Herr Gesangverein. Die echten Stars, das ist doch fein, die findet man im Concordia-Gesangverein!«
Der Chor und das Männerballett des Veranstalters vervollständigten das anspruchsvolle Programm. Das Finale vereinte alle Künstler auf der Bühne. Alleinunterhalter Wolfgang Böhnlein füllte die Pausen aus und spielte später zum Tanz auf. Tilo Winter sorgte für den guten Ton. Wolfgang Schwarzkopf (Main-Echo, 21.02.2011)

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