Main-Echo 29.03.2011: Seit 125 Jahren »belebendes Element« im Ort Jubiläum: Gesangverein Concordia Großostheim ehrt fleißige Sänger – Zwei neue Ehrenmitglieder ernannt

 


Dass ein akademischer Abend kurzweilig sein kann, hat der Gesangverein Concordia Großostheim bewiesen, der in diesem Jahr 125 Jahre alt wird. Verdiente Mitglieder standen im Mittelpunkt der Feier am Samstag im Pfarrheim. Erich Linke und Thomas Göth wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Beide sind seit 1980 aktiv bei der Concordia, Linke als Sänger im Bass und Göth im Tenor. Von 1993 bis 2005 war Linke auch Vorsitzender. Noch heute entlaste er den Vorstand und kümmere sich um die Mitgliederverwaltung, sagte Vorsitzende Birgit Rollmann. Sie bescheinigte Göth, der seit 22 Jahren Kassier ist, einen umsichtigen Umgang mit Geld. Ihm verdanke der Verein, dass er »auf soliden finanziellen Füßen« stehe.
Stimmgewaltig seit 60 Jahren
Hella Lang, Vorsitzende des Sängerkreises Aschaffenburg, zeichnete langjährige Aktive aus. »Sensationell« nannte sie die Leistung von Thomas Höfling, Klaus Rollmann und Ina Lang. Sie alle sind seit 60 Jahren dem Chorgesang treu. Seit 50 Jahren bei der Concordia aktiv ist Toni Ludwig. Werner Neumann, Rita Metz und Rita Spinczyk singen seit 40 Jahren. Jürgen Göth bringt es auf 25 Jahre. Die geehrten Sängerinnen wirkten vor der Gründung des gemischten Concordia-Chors 2000 in anderen Chören mit.
Für langjährige Mitgliedschaft wurden vom Verein geehrt: Günther Frankenberger, Walter Höfling, Hans Luber und Herbert Sommer (60 Jahre), Toni und Willi Ludwig sowie Ernst Wolf (50 Jahre), Jürgen Becker, Peter Schwab und Wolfgang Steigerwald (40 Jahre) sowie Werner Fäth, Jürgen Göth, Claudia Ludwig und Ingeborg Sandmeier (25 Jahre).
»Grundlage des Denkens«
Die Sängerkreis-Vorsitzende bezeichnete die Musik »als Grundlage für das Denken«. Wer heute nur noch Sprache und Mathematik wichtig nehme und dabei die Musik vernachlässige, lasse Entscheidendes wegfallen, meinte Lang. Sie erinnerte an den Fund des bislang ältesten Musikinstruments der Welt, einer 40 000 Jahre alten Knochenflöte, im Jahr 2009 in der schwäbischen Alb. »Ich bin überzeugt davon, es wurde erst musiziert«, sagte Lang. Erst danach hätten sich geistige Errungenschaften wie Philosophie, Schreiben und Mathematik entwickelt.
Die Rednerin blickte auch zurück ins 19. Jahrhundert, in die Gründungszeit der ersten Chöre in Deutschland. »Hoch politische Zirkel« seien das gewesen, von Staats wegen streng beäugt als mögliche »Revoluzzer«. Sich »Concordia« zu nennen, hätte sich um 1810 noch kein Gesangverein getraut, sagte Lang. Im Gründungsjahr der Großostheimer Concordia 1886, als die deutschen Länder längst vereint waren, sei dann aber nichts mehr Unrechtes am lateinischen Wort für Einigkeit gefunden worden.
Hoher Anspruch
Martina Denk, die stellvertretende Vorsitzende des Maintal-Sängerbunds, überreichte eine von Henning Scherf, dem Präsidenten des Deutschen Chorverbands, unterzeichnete Ehrenurkunde. Die Rednerin lobte die positiven Auswirkungen des Singens auf die Gesundheit »als Lebenselixier ganz ohne Rezept und Praxisgebühr« sowie auf dem Gebiet der Bildung.
Ein dickes Lob hatte Denk für Chorleiter Klaus Georg Müller dabei, der seit 31 Jahren mit der Concordia arbeitet. Müller verlange sehr viel von den Sängerinnen und Sängern, sagte Denk. Schon Vorsitzende Rollmann hatte in ihrer Festrede von der »Leistungsorientiertheit« des Chorleiters und den daraus resultierenden »beachtlichen Erfolgen« gesprochen – was der Geselligkeit aber keinen Abbruch tue.
Bürgermeister Hans Klug bezeichnete den Jubiläumsverein als »Bereicherung« und »ungemein bildendes und belebendes Element« im Ort. Klug hatte ein »kleines Kuvert mit Blüten« dabei, ebenso wie Dieter Mühlhans, Vorsitzender des Vereinsrings für Großostheim und Ringheim, Werner Wolz, der Vorsitzende des Patenvereins Sängervereinigung Pflaumheim, und die stellvertretende Landrätin Andrea Lindholz, die der Concordia viele neue Mitglieder wünschte. Gottes Segen überbrachte der evangelische Pfarrer Thilo Walz. Sein katholischer Amtsbruder, Dekan Uwe Nimbler, hatte den vorangegangenen Festgottesdienst in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt zelebriert.
Die Gestaltung übernahm das Streicherquartett der Musikschule Großostheim mit Stephanie Albert, Stephanie Nonnweiler, Franziska und Magdalena Hohm unter der Leitung von Cordula Wildenhain. Natürlich gaben auch der gemischte Chor und der 2009 gegründete junge Chor Joysonic Kostproben ihres Könnens – die schon gespannt machten auf das große Jubiläumskonzert am 8. Oktober in der Bachgauhalle. Melanie Pollinger (Main-Echo, 29.03.2011)

Treue Sänger und verdiente Mitglieder hat der Gesangverein Concordia Großostheim geehrt: (von links) Toni Ludwig, Steffen Schwartze, Rita Spinczyk, Hans Luber, Rita Metz, Walter Höfling, Werner Neumann, Norbert Höfling, stellvertretender Vorsitzender Dieter Frohmader, Klaus Rollmann, Erich Linke, Herbert Sommer, Vorsitzende Birgit Rollmann, Thomas Göth, Jürgen Göth und Ernst Wolf. Foto: Melanie Pollinger

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